Kretablog

Kreta-Landkarten

geschrieben von hugbee in Kretablog.eu, Kretareise 2007, Kulturelles - 6 Sep, 2007

Ein Ausflug auf die Akrotiri-Halbinsel ist ein lohnenswertes Abenteuer.

Zuerst besuchten wir die Bucht von Stavros, just da wo einst Anthony Quinn seinen Sirtaki im Film Zorbas tanzte.
In den vom Wind zerklüfteten Steinen und dem ehemaligen Riff vor Kreta (die Spuren des Riffs sind Deutlich erkennbar) sammelt sich das Meerwasser, trocknet bei Ebbe aus und hinterlässt eingetrocknete Salztümpel, die manch fotografierenswerte Zeichnung auf dem Fels hinterlassen haben.

Weiter fuhren wir über die Strasse am Kloster Agia Triada vorbei, bekannt durch das hier hergestellte Olivenöl, zum Kloster Katholiko. Eine grosse Tafel weist darauf hin, dass man sich hier nur lang gekleidet, nicht fotografierend und nicht rauchend bewegen sollte. Lange Ärmel bei fast 40 Grad und erst noch Trainerhosen.
Der Fussmarsch bis ganz zum Strand wird mit einer Stunde angegeben. (Wasser nicht vergessen!)
Wir bestaunen die Stille auf dem Weg, nur Vogelgezwitscher. Uns ist es zu heiss bis hinunter an den Strand zu laufen, in Anbetracht des anschliessenden Aufstiegs besichtigen wir die Höhle und kehren  wieder um.

Jetzt wollen wir baden, abkühlen. Und zwar am kleinen Strand von Marathi. Auf der Landkarte ist eine schöne Strasse rund um den Flughafen eingezeichnet.
Unterwegs überwiegen die Ausflugsgelüste, und wir wagen einen Abstecher zu einer kleinen Panagia. Das hat nicht bei der Panagia geendet, dafür waren da Schafe, schöne Gärten und schmale Strassen, nette Leute, die ihre Autos umparkierten, damit wir weiterkamen und schliesslich ein Gewirr von nicht auf der Karte eingezeichneten Strassen. Aber dafür hats ja Wegweiser und so fanden wir die Hauptstrasse um den Flughafen herum wieder.

Jetzt ab nach Marathi ins Wasser.
Die letzten zehn, fünfzehn Jahre haben es immer wieder bewiesen, die Karten auf Kreta sind besser geworden, viel besser. Fast alles stimmt, was darauf eingezeichnet ist. Fast alles und nur einige wenige Strassen sind anders in der Wirklichkeit.

Dieses einige Wenige haben wir erwischt auf dem Weg nach Marathi.
Stellen Sie sich vor, Sie kommen zu einer Weggabelung mit drei Weiterfahrmöglichkeiten. Alle etwa in die richtige Richtung. Links eine breite, neu geteerte Piste. In der Mitte eine schmalere dafür kerzengerade Strasse. Und ganz rechts eine etwas ältere Strasse die in einer Kurve rechts wegzieht, dafür aber mit zwei etwas verblassten weissen Pfeilen gekennzeichnet ist.
Sie hätten sich wahrscheinlich auch für die mit den Pfeilen bemalte Variante entschieden. Wir taten es so. Alsbald drehte die Strasse Richtung Abflugpiste und wurde gleichzeitig zur Schotterpiste. Na ja, scheint doch nicht so ganz. Bevor wir da allzuweit weitermachen, probieren wir lieber die andern Strassen aus.

Gefehlt, die Piste, wie auch die gerade Strasse endeten in irgendwelchen Militäranlagen.
Nun begann eine abenteuerliche Fahrt auf der Strasse mit den Pfeilen. So abrupt wie der Teerbelag aufhörte, so plötzlich war er wieder da. Durch Dörfer, Weiler, mal rechts, mal links durch schmale Gassen. Alleine, ohne die Pfeile hätten wir keine Chancen gehabt. Schliesslich gelangten wir nach Marathi.

Ein Geheimtipp, dieses Marathi. Da baden die Griechen.
Wir assen herrlichen frischen Mizithra in der Taverna und badeten zufrieden den Rest des Tages.


Zu viele SMS

geschrieben von hugbee in Kretablog.eu, Kretareise 2007, Kulturelles - 5 Sep, 2007

Heute Morgen habe ich vermeintlich ganz viele SMS erhalten. Eine richtige SMS-Triade hat mich geweckt.
Penetranter als jeder Wecker haben sie mir keine Ruhe gelassen, bis ich ganz wach war. Kann das sein? So viele Kurzmeldungen. Das tönt doch eher wie ein Traum am Ende des Schlafes und am Anfang des Wachzustandes.

Standartmässig habe ich den Nokiaton "krähender Hahn" für die ankommende Kurzmeldung ausgewählt.
Das ist in Kreta selbst in der Stadt eine verhängnisvolle Angelegenheit. Auch in der Stadt werden seit eh her Hühner gehalten. Geschweige denn die vielen Hähne, von den Schweizern liebevoll Güggel genannt, die hier um den Kournas-See leben und im Morgengrauen um die Wette krähen.

So liess ich mich denn von den vielen vermeintlichen SMS wieder in den Schlaf wiegen.


Zweite Schiffsreise Piräus Chania

geschrieben von hugbee in Kretareise 2007 - 3 Sep, 2007

Im Hafen von Piräus habe wir zuerst unsere Tickets umgebucht. Of course war das möglich. Die Maschine hat ohne Umschweife eine Serie neue Tickets ausgedruckt.
Nun hiess es nur noch warten bis wir erneut in eine Schiffsbauch einfahren konnten.

Warten hiess in diesem Fall dreieinhalb Stunden in brütender Sonne stehen. Keiner der Schiffsmannschaft wusste, wann solche Campingfahrzeuge dazwischen passten. Vielleicht in einer Stunde oder auch mehr, wer weiss das schon. Unser Auto ist dummerweise auch kein richtiges Wohnmobil, auch kein VW-Bus, sondern ein Landrover mit einem zusammenklapppbaren Zelt auf dem Gepäckträger. Allen scheint dieses Auto viel grösser und höher.
Als die Abfahrt des Schiffes immer näher rückte und wir immer noch da draussen standen, wurden wir langsam nervös und versuchten uns zwischendurch mal bemerkbar zu machen. Mancheiner wurde in diesem Gewusel schon vergessen!?
Endlich hat sich einer unser erbarmt und winkte uns sicher ins Autodeck mitten zwischen grosse Lastwagen ganz nach hinten. Die Schiffsleute freuen sich immer an den zwei reisenden Frauen und erst recht, wenn diese auch noch fahren und parkieren können, ohne aus der Ruhe zu geraten. Dann weicht der skeptische Blick definitiv einem freundlichen Lächeln.


Ankunft in Patras

geschrieben von hugbee in Kretablog.eu, Kretareise 2007 - 1 Sep, 2007

Pfiffig und gekonnt wurden die Autos aus dem grossen Fährbauch dirigiert.
Kaum waren wir bei der Hafenausfahrt, wurden wir auch schon von einem vorsintflutlichen Feuerwehauto überholt. Zwei weitere folgten und zwei Kilometer weiter tat sich die Ursach mit argem Gestank kund. Auf einem vertäuten Schiffskutter gab es etwas zu löschen.
Die Fahne des geschmorten Plastik?gestanks geleitete uns bis zum Ausgang Patras.

Die Schnellstrasse Richtung Korinth nach Athen ist eine erste, aber überaus deftige Einführung in die griechische Fahrweise. Man fährt hier auf dem Pannenstreifen, stets bedacht, dass dieser auch schon mal plötzlich zu Ende sein kann. Dabei wird man stets rasant überholt. Man merke sich also, der Pannenstreifen ist die Fahrspur für die gemächlich fahrenden Autos, die Fahrspur die Überholspur.

Auch wenn es zu Anfang sehr hektisch zugeht, es wird mit zunehmender Kilometerzahl ruhiger und aus der Autostrasse wird nach korinth eine richtige mehrspurige Autobahn.

In Korinth absolvieren wir den obligaten Halt am Kanal von Korinth.... mal an der oberen Brücke, hoch über dem Wasser. Diesmal unten in Isthmia bei der kleinen Brücke. Sie kann ganz ins Wasser abgelassen werden, damit grosse Dampfer wie kleine Segelschiffe vorbeifahren können.

Zwei Tavernen zu jeder Seite des Kanals laden zu einer Cola ein, dem Treiben auf dem Kanal und am Rande der momentan fehlenden Brücke zuzuschauen.